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#18 TreeClix: A new way to find the perfect saddle fit | mit Jolanda van der Leeden

In dieser Folge des SattelPRO Podcasts spreche ich mit der niederländischen Sattel-Expertin und Master Saddle Fitterin Jolanda van der Leeden. Gemeinsam werfen wir einen wissenschaftlich fundierten Blick hinter die Kulissen der Sattelanpassung und diskutieren, warum das traditionelle Verständnis von „breiter ist besser“ oft zu Fehlentscheidungen führt. Jolanda teilt ihre Erkenntnisse aus 15 Jahren Praxiserfahrung und erklärt, warum eine präzise Kommunikation mit dem Pferdebesitzer sowie eine vorausschauende Prognose der körperlichen Entwicklung des Pferdes für das Tierwohl essenziell sind.

Ein zentrales Thema ist Jolandas innovative Erfindung TreeClix. Dieses System ermöglicht es, die Kammerweite von Sätteln – selbst bei starren Holzbäumen – präzise und reversibel anzupassen. Wir besprechen faszinierende Fallbeispiele aus ihrer Masterclass, in denen das Verengen des Baumes entgegen der Intuition die Balance des Sattels verbesserte und dem Pferd mehr Bewegungsfreiheit ermöglichte. Die Folge bietet wertvolle Einblicke für alle, die verstehen wollen, wie Biomechanik, Anatomie und technische Sattellösungen ineinandergreifen, um eine nachhaltige Harmonie zwischen Pferd und Reiter zu schaffen.

Worum geht es in dieser Podcast-Folge?

In dieser Episode spreche ich mit Jolanda van der Leeden, einer erfahrenen niederländischen Sattelfitterin, Sattlermeisterin (Society of Master Saddlers) und Entwicklerin des Systems TreeClix. Im Mittelpunkt stehen die Komplexität der Sattelanpassung, die große Verantwortung gegenüber dem Pferd – und neue Wege, um besser, präziser und pferdefreundlicher zu arbeiten.

Jolandas Weg zur Sattelanpassung

Jolandas Karriere begann nicht geradlinig. Obwohl sie ihr Leben lang geritten ist, empfand sie ihre erste Ausbildung zur Sattelfitterin als frustrierend:

  • Vieles beruhte auf „Gefühl“ statt auf nachvollziehbarer Struktur
  • Es fehlten klare Erklärungen, warum ein Pferd auf bestimmte Sattelbestandteile reagiert
  • Anatomie des Pferdes wurde gelehrt – die Anatomie des Sattels und die Verbindung beider Welten jedoch kaum

Erst Jahre später, durch praktische Erfahrung, intensives Hinterfragen und eigenes Forschen, entwickelte sie ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge.

Sattelanpassung ist hochkomplex

Ein zentrales Thema des Gesprächs:
Sattelanpassung ist kein statischer Zustand, sondern ein dynamisches Zusammenspiel von drei Faktoren:

  1. dem Pferd
  2. dem Reiter
  3. dem Sattel

Alle drei verändern sich ständig. Besonders herausfordernd ist, dass Sattelfitter meist nur im Stand messen können, während die entscheidenden Effekte in der Bewegung entstehen. Das erfordert Erfahrung, Beobachtungsgabe – und Demut.

Verantwortung & Kommunikation

Jolanda betont mehrfach die emotionale Verantwortung ihres Berufs:

  • Entscheidungen beeinflussen langfristig die Gesundheit des Pferdes
  • Absolute Sicherheit gibt es selten
  • Kunden müssen ehrlich, verständlich und ohne Angst kommuniziert werden

Ein guter Sattelfitter verkauft keine „perfekte Lösung“, sondern erklärt Zusammenhänge, Risiken und notwendige Kontrollen – und baut Vertrauen auf.

Warum viele Pferde schmaler werden – nicht breiter

Ein besonders spannender Punkt:
Entgegen der weit verbreiteten Annahme werden viele Sportpferde im Training schmaler, nicht breiter.

Gründe dafür:

  • verbesserte Aufrichtung
  • aktive Rumpfmuskulatur
  • angehobener Widerrist

Ein schmaler werdender Sattelwinkel ist daher kein schlechtes Zeichen, sondern oft Ausdruck besserer Biomechanik.

Die Entstehung von TreeClix

TreeClix entstand aus purer Frustration im Arbeitsalltag:

  • Holzbaum-Sättel ließen sich nur begrenzt verändern
  • Einmaliges Pressen reichte nicht für sich verändernde Pferde
  • Nachjustieren war oft unmöglich oder riskant

Gemeinsam mit einer Produktdesignerin entwickelte Jolanda ein System, mit dem sich nicht verstellbare Sattelbäume in 5-mm-Schritten anpassen lassen – direkt vor Ort, ohne Maschinen.

Was TreeClix ermöglicht

  • präzise, reversible Anpassungen
  • echtes Testen in der Bewegung
  • schrittweises Optimieren statt „Alles-oder-nichts“-Entscheidungen
  • mehr Sicherheit für Pferd, Reiter und Sattelfitter

Der entscheidende Vorteil:
Man kann bewusst zu weit gehen – und dann einen Schritt zurück, ohne Schaden anzurichten. Das Pferd „antwortet“ unmittelbar.

Neue Denkweise in der Sattelanpassung

Jolanda beschreibt einen Paradigmenwechsel:

  • Nicht nur fragen: „Ist das Pferd schmerzfrei?“
  • Sondern: „Kann es sich hier optimal bewegen?“

Durch kleine, kontrollierte Veränderungen zeigt das Pferd selbst, wo sein Optimum liegt.

Zentrale Botschaft der Folge

  • Es gibt keine einfachen Antworten
  • „It depends“ ist oft die ehrlichste Lösung
  • Gute Sattelfitter bleiben neugierig
  • Die besten Ergebnisse entstehen durch Verstehen, Beobachten und Zuhören

Am Ende wollen alle dasselbe:
das Beste für das Pferd.

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Von |2026-01-14T22:49:17+01:00Januar 1st, 2026|Uncategorized|0 Kommentare
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